
Hannover ist Landeshauptstadt, Messestandort und eine der grünsten Großstädte Deutschlands. Doch die Stadt an der Leine hat noch viel mehr zu bieten: königliche Verbindungen nach Großbritannien, einen weltweit einzigartigen Aufzug, bedeutende Persönlichkeiten und Veranstaltungen, die jedes Jahr zahlreiche Gäste anziehen. Zum Auftakt unserer Reihe „Unsere Dörfer – Unsere Städte in Niedersachsen“ besuchen wir die Landeshauptstadt.**
Vom Hohen Ufer zur Landeshauptstadt
Die Geschichte Hannovers reicht weit zurück. Erste Siedlungen entstanden am erhöhten Ufer der Leine. Daraus soll sich auch der Name der Stadt entwickelt haben: aus der Bezeichnung „am hohen Ufer“.
Um das Jahr 1150 wurde Hannover erstmals schriftlich erwähnt. Seit 1241 sind die Stadtrechte urkundlich belegt. Aus der mittelalterlichen Siedlung entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine bedeutende Residenzstadt der Welfen.
Eine besondere Rolle spielte Hannover zwischen 1714 und 1837. In dieser Zeit waren die Herrscher Hannovers gleichzeitig Könige von Großbritannien. Diese sogenannte Personalunion dauerte 123 Jahre und verbindet die Geschichte der niedersächsischen Landeshauptstadt bis heute mit der britischen Monarchie.
Leibniz, Hannah Arendt und die Nanas
Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten sind eng mit Hannover verbunden. Einer der bedeutendsten war Gottfried Wilhelm Leibniz. Der Philosoph, Mathematiker und Universalgelehrte lebte und arbeitete viele Jahre in der Stadt. Seine wissenschaftlichen Ideen wirken bis in die heutige Zeit.
Auch die politische Denkerin Hannah Arendt wurde in Hannover geboren. Zu den weiteren bekannten Namen gehören der Künstler Kurt Schwitters sowie die französisch-amerikanische Künstlerin Niki de Saint Phalle.
Ihre farbenfrohen Nanas am Leineufer sorgten bei ihrer Aufstellung zunächst für heftige Diskussionen. Heute gehören die auffälligen Figuren zu den bekanntesten Kunstwerken und beliebtesten Fotomotiven der Stadt.
Ein Rathaus mit besonderem Aufzug
Zu den Wahrzeichen Hannovers zählt das Neue Rathaus. Das imposante Gebäude erinnert an ein prachtvolles Schloss, wurde jedoch erst im Jahr 1913 eröffnet.
Eine außergewöhnliche Attraktion befindet sich unter seiner mächtigen Kuppel: der Bogenaufzug. Anders als ein gewöhnlicher Fahrstuhl bewegt er sich nicht nur senkrecht nach oben, sondern folgt dem gebogenen Verlauf der Kuppel. Von der Aussichtsplattform eröffnet sich ein weiter Blick über die Innenstadt, den Maschsee und die Eilenriede.
Im Inneren des Rathauses zeigen mehrere Stadtmodelle, wie Hannover in unterschiedlichen Epochen aussah – darunter auch die weitgehend zerstörte Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg.
Hannover folgt dem Roten Faden
Wer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Hannovers zu Fuß entdecken möchte, muss lediglich einer roten Linie folgen.
Der sogenannte Rote Faden führt durch die Innen- und Altstadt, vorbei an historischen Gebäuden, Plätzen und weiteren Sehenswürdigkeiten. Die Markierung ist direkt auf das Straßenpflaster gemalt und macht eine Stadtbesichtigung auch ohne klassische Führung möglich.
Zu den Stationen gehören unter anderem das Neue Rathaus, die Marktkirche, das Leineschloss, die Altstadt und das Opernhaus.
Eine Großstadt mit besonders viel Grün
Hannover gilt als ausgesprochen grüne Stadt. Einen großen Anteil daran hat die Eilenriede. Der weitläufige Stadtwald zieht sich durch mehrere Stadtteile und bietet zahlreiche Wege zum Spazierengehen, Radfahren und Erholen.
Nicht weit von der Innenstadt entfernt liegt der Maschsee. Der künstlich angelegte See ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Wassersportler und Freizeitsportler. Rund um das Ufer finden regelmäßig Veranstaltungen statt.
Ein weiteres grünes Aushängeschild sind die Herrenhäuser Gärten. Besonders bekannt ist der Große Garten mit seiner barocken Gestaltung, den geradlinigen Wegen, kunstvoll angelegten Beeten, Wasserspielen und Skulpturen.
Große Veranstaltungen im Jahresverlauf
Hannover ist nicht nur für seine Geschichte und seine Grünanlagen bekannt, sondern auch für zahlreiche Großveranstaltungen.
Zu den Höhepunkten gehört das Maschseefest. Rund um den See entstehen im Sommer Bühnen, gastronomische Angebote und Veranstaltungsbereiche. Musik, Kleinkunst und internationale Speisen sorgen für eine besondere Atmosphäre am Wasser.
Das Schützenfest Hannover verbindet jahrhundertealte Traditionen mit einem modernen Volksfest. Fahrgeschäfte, Festzelte, Musik und der große Schützenausmarsch gehören zum Programm.
Eine außergewöhnliche Kulisse bietet außerdem der Internationale Feuerwerkswettbewerb in den Herrenhäuser Gärten. Teams aus verschiedenen Ländern präsentieren dort aufwendig inszenierte Feuerwerke, die mit Musik und einem Rahmenprogramm verbunden werden.
Auch die KunstFestSpiele Herrenhausen, das Kleine Fest im Großen Garten, die Fête de la Musique sowie zahlreiche Konzerte, Theateraufführungen, Sportveranstaltungen und Messen prägen das Veranstaltungsjahr.
Mehr als eine Verwaltungs- und Messestadt
Hannover wird häufig mit Politik, Verwaltung und großen Messen verbunden. Doch die Stadt bietet deutlich mehr.
Historische Gebäude treffen auf moderne Architektur, bedeutende Kunst auf lebendige Stadtviertel und große Veranstaltungen auf ruhige Naturflächen. Zwischen Leine, Maschsee, Eilenriede und Herrenhausen zeigt sich eine Landeshauptstadt, die überraschend vielseitig ist.
Hannover ist damit ein passender Ausgangspunkt für unsere Reise durch Niedersachsen – und ein gutes Beispiel dafür, wie viel Geschichte, Kultur und Lebensqualität sich an einem einzigen Ort entdecken lassen.
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Bildunterschrift:
Hannover in vielen Facetten: Die Collage zeigt unter anderem das Neue Rathaus, die Herrenhäuser Gärten, den Maschsee, die historische Altstadt und das Opernhaus.
